Gartenzeit | Magazin
01 | 2023
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Teuer muss nicht sein: So sparst Du richtig!

Dein Balkon wartet nur darauf, endlich gut bestückt mit Kübeln und allerlei Pflanzen darin in den Frühling zu starten? Oder ist es doch der Garten, der sich nach noch mehr Pflanzenpracht und einer kleinen Frischekur sehnt? Aber nicht immer ist das nötige Kleingeld da, um seinen Ansprüchen gerecht zu werden. Doch es gibt Entwarnung, denn auch mit schmalem Geldbeutel lässt sich eine Menge realisieren.

Augen auf beim Pflanzenkauf

Wer nun auf die Sonderangebote der Discounter setzt, hat im ersten Moment vielleicht etwas Geld gespart, auf Dauer zahlt sich das jedoch häufig nicht aus. „Der beste Tipp zum Geldsparen: Es von Anfang an richtig machen und somit unnötige Folgekosten vermeiden! Oft handelt es sich um sehr schnell wachsende Pflanzen, womit man eigentlich gar nicht gerechnet hat. Recht zügig können einem diese über den Kopf wachsen, dann müssen sie ständig beschnitten werden – oder werden genervt wieder herausgerissen und durch neue und kleinere ersetzt“, weiß Gartenexperte Olaf Schachtschneider aus Aschenstedt (Kreis Oldenburg). Ein Beispiel: Kauft man sich im Supermarkt einen günstigen, einjährigen Kirschlorbeer, der bereits einen guten Meter hoch ist, dann sollte man wissen, dass es sich dabei vermutlich um eine schnellwachsende Sorte handelt. Dass sie im Garten dann so weiterwachsen wird, bedeutet auch, dass man sehr viel Arbeit in die Pflege investieren muss – also häufiges Schneiden und das Entsorgen des anfallenden Schnitts. „Auch an nicht standortgerechten Pflanzen wird man nicht lange eine Freude haben. Umso wichtiger ist hier eine gute Beratung, auch mit Blick auf Pflanzen, die mit der zunehmenden Trockenheit gut klarkommen.“ Kompost mit Gemüseabfällen.

Wertvoller Kompost

Was immer wieder zu Buche schlägt, sind Abfallentsorgung und Dünger. „Deshalb sollte man unbedingt als Erstes einen Komposthaufen anlegen“, empfiehlt Olaf Schachtschneider. Dieser bietet nicht nur zahlreichen Mikroorganismen einen Lebensraum, vielmehr ist es eine gute Möglichkeit, Substrat und Dünger zu sparen. Das nach etwa einem Jahr fertig gereifte, wertvolle Pflanzengut zu den Pflanzen geben und mit der Erde vermengen. Auch Kaffeesatz eignet sich übrigens hervorragend. Ihn kann man von Zeit zu Zeit gleichmäßig einharken. „Er verbessert die Krümelstruktur, so dass Wasser besser in den Boden eindringen und die Pflanze die Nährstoffe besser aufnehmen kann.“Blumenbeet wird mit grüner Gießkanne gegossen.

Wasser sparen

Kein frisches Leitungswasser aus dem Hahn: Wer Regenwasser in geeigneten Behältern auffängt, kann hier jede Menge Geld sparen. Und nicht nur das, die Pflanzen lieben das abgestandene Wasser, denn die enthaltenen Salze lagern sich an den Rändern ab, so dass es weicher ist. Wer den Boden zudem mit Rindenmulch bedeckt und die Pflanzen so setzt, dass sie nach einiger Zeit so zusammenwachsen, dass kaum noch Lücken vorhanden sind, verhindert das übermäßige Verdunsten des Wassers. Der Boden kann nicht so leicht austrocknen. „Hier kann eine gewisse Struktur bares Geld sparen.“Handfläche, in der Erde mit kleinen, grünen Sprößlingen liegt.

Pflanzen vermehren

Es muss nicht immer eine schon „fertige“ Pflanze sein: Bringst Du Zeit und Geduld mit, dann wird es mit dem Kauf von Sämereien deutlich günstiger. Hier heißt es: Bereits rechtzeitig im Frühjahr loslegen, dann kannst Du im Sommer reichlich ernten. Natürlich lohnt es sich, von den Fruchtständen neue Samen für das kommende Jahr abzunehmen. Auch für Kinder übrigens eine tolle Erfahrung, können sie so doch live erleben, wie aus einem winzigen Samenkorn tolle Früchte heranwachsen können. Wer jetzt bei dem Gedanken an üppigen Gemüse- und Kräuternachschub mit einem Hochbeet liebäugelt, dem bieten sich auch hier günstige Alternativen: Mit etwas handwerklichem Geschick und (alten) Brettern und Pfosten lässt sich hier ein rückenschonender Einsatzort nach Maß anfertigen – je nach Größe auch für den Balkon.Bunte Blumen, die in einen alten Koffer gepflanzt sind.

Upcycling erwünscht

Wegwerfen ist out, dafür kannst Du viele Dinge, die Du eigentlich gerade entsorgen wolltest, sicherlich noch fürs Gärtnern verwenden. Ein kreativer Platz für Pflanzen lässt sich beispielsweise hervorragend aus nicht mehr benötigten Gegenständen zaubern – vom alten Schuh über bunt bemalte und beklebte Konservendosen oder die alte Schüssel mit dem Sprung bis hin zur ausrangierten Schubkarre. Wer erst einmal ganz klein anfangen möchte, für den sind Eierverpackungen die idealen Begleiter: Sie sind perfekt für die Anzucht von Kräutern oder Gemüse, denn zum Keimen von Samen ist der Platz vollkommen ausreichend. Auch die Töpfe von gekauften Pflanzen solltest Du nicht entsorgen, sondern mehrfach verwenden. „Viele Gartenfachbetriebe nehmen sie auch gerne zurück, einige sind sogar kompostierbar. Nachfragen lohnt sich immer, denn so lässt sich jede Menge Müll vermeiden“, so Olaf Schachtschneider. Ideal als Mini-Gewächshaus eignen sich Gläser oder halbierte PET-Flaschen, die Du über die Pflänzchen stülpen kannst. Und natürlich kannst Du gerade bei Kübeln oder Kästen sicher noch einiges im Keller Deiner Eltern oder im Schuppen von Freunden und Bekannten entdecken, was gerade nicht genutzt und daher gerne weiterverliehen oder verschenkt wird.

von Melanie Jülisch