Bis ins hohe Alter gärtnern
Am besten sogar barrierefrei
Gerade jetzt im Sommer zieht es Jung und Alt verstärkt nach draußen. Umso schöner, wenn man da das Privileg eines eigenen Gartens hat und diesen nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten und nutzen kann. Egal, ob Zier- oder Nutzpflanzen, einheimische oder exotische Gewächse - gerade bei Rentnern ist das Gärtnern ein beliebtes Hobby, das zudem noch sehr gesundheitsfördernd ist und für das es heutzutage zum Glück jede Menge Arbeitserleichterungen gibt.
Wer rastet, der rostet bekanntlich. Umso schöner, dass viele Senioren dem frühzeitig entgegenwirken. Viele von ihnen nutzen die freie Zeit nach der Berentung, um sich unter anderem verstärkt der Gartenarbeit zu widmen. Die einen setzen dabei mehr auf Ästhetik, die anderen wollen Gemüse, Obst und Kräuter für den Eigenbedarf anbauen, eine dritte Gruppe möchte beides.
Damit die Gartenarbeit nicht irgendwann zur Tortur wird und auch trotz gesundheitlicher Einschränkungen machbar ist, sollte der Garten weitestgehend barrierefrei sein. Das fängt schon mit der Planung der Wege an. Sie sollten stufenlos und so großzügig angelegt sein, dass sie auch mit dem Rollator oder Rollstuhl genutzt werden können. Ideal ist hier eine Breite von mindestens 1,20 Meter. Scharfe Abzweigungen und Kurven erfordern sogar mindestens 1,60 Meter. Die Wege sollten zudem tritt- und rutschfest sowie immer freigeräumt sein, um das Sturzrisiko zu minimieren. Ohnehin ist überall im Außenbereich auf Stolperfallen zu achten. Das können Wurzeln, unebene Flächen, Steine oder überhängende Äste sein. Vorsicht auch bei vermoosten Stein- und Holzböden, die genauso wie feuchtes Laub schnell jemanden zu Fall bringen. Sinnvoll ist darüber hinaus eine angemessene Beleuchtung des Außengeländes.
Hochbeete und das richtige Werkzeug sind das A und O
Von Vorteil für das Gärtnern sind zudem Rücken schonende Hochbeete. Sie ermöglichen das Arbeiten in einer bequemen Höhe. Wer über etwas handwerkliches Geschick verfügt, kann sich aus alten Paletten eine solche erhöhte Pflanzfläche bauen. Das geht übrigens ebenso mit alten Esstischen und einigen Brettern aus Harthölzern. Holzarten wie Birke, Pappel oder Erle sind weniger geeignet. Bei eingeschränkter Mobilität ist es hilfreich, in den Beeten eine Tröpfchenbewässerung mit Sprinklern zu installieren. Um nicht unzählige Gießkannen mit Wasser durch den Garten schleppen zu müssen, macht es Sinn, an unterschiedlichen Stellen und vor allem in der Nähe der Hochbeete und bepflanzten Kübel Regentonnen aufzustellen. Zu empfehlen sind natürlich pflegeleichte Pflanzen und ergonomische Gartengeräte, die sich ggf. auch mit einem Teleskopstiel verlängern lassen. Wer über kein Hochbeet verfügt, kann hier zumindest auf seniorengerechte bodennahe Gärtnerbänke zurückgreifen. Unkrautjäten ist lästig und macht wenig Spaß. Da helfen atmungsaktives und wasserdurchlässiges Unkrautvlies auf den vorbereiteten Beeten und eine mehrere Zentimeter dicke Mulch-, Kies oder Ziersplittschicht nach dem Einpflanzen. Vor allem für große Rasenflächen, die zu pflegen sind, haben sich Robotermäher bewährt. Sie arbeiten leise und sind zum Glück in den letzten Jahren deutlich preiswerter geworden. Für gröbere Arbeiten wie beispielsweise das Umgraben größerer Beete empfiehlt sich mitunter das Ausleihen von professionellen Garten- und Landschaftsbaugeräten aus dem Fachhandel. Manchmal macht es auch Sinn, für bestimmte Arbeiten einfach einen Gartenfachbetrieb zu beauftragen.
Tiere mögen es naturnah
Und auch nicht alles und jeder Winkel müssen clean und gepflegt wirken. Im Gegenteil: Die Tierwelt freut sich über naturnahe Gärten mit Totholzecken, nicht gemähte Wiesen und verwilderte Bereiche. Und diese wirken mit ihrer Naturbelassenheit auch oftmals idyllisch.
Ganz wesentlich für den eigenen Garten oder Balkon ist schließlich der Sitzbereich. Egal, ob mit oder ohne Sichtschutz, Sonnensegel, Bedachung oder Grillecke - dieser Teil des Außengeländes sollte besonders einladend wirken und ganz nach den eigenen Vorstellungen und Vorlieben gestaltet werden. Der Sitzbereich ist immerhin ein wichtiger Ort, um innezuhalten, aufzutanken und die Natur zu genießen. Und er ist selbstverständlich auch der Ort, an dem man mit Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten und Nachbarn sitzt.