Gartenzeit | Magazin
01 | 2024
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© Canva

Von Storchschnabel, Bleiwurz und Thymian

GARTENPLANUNG Ein blühendes Staudenbeet nach eigenen Vorstellungen gestalten

Ein verwachsenes Haus, überall grünt und blüht es in der Sonne und im Schatten, zwitschernde Vögel in allen Ecken – diesen ersten Eindruck bekommen wir beim Besuch von Elke Kupers Garten. Die 62-Jährige ist gelernte Gärtnerin und hat Forstwissenschaft studiert. Heute ist sie als Gartenplanerin selbstständig und spezialisiert auf Stauden. Seit 24 Jahren lebt sie in dem Haus in Rastede mit großem Grundstück und mitten im Grünen. Den Garten hat sie über die Jahre komplett selbst angelegt und entwickelt immer wieder neue Ideen. Sie hat uns ihr Grundstück gezeigt und einen Einblick in die Welt der Gartenplanung und -gestaltung gegeben.


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Auch wilde Ecken bringen Harmonie

Der Vorgarten im Eingangsbereich ist abgeschirmt durch eine hohe Hecke. Schon hier gibt es allerhand zu entdecken. Gehölze und Stauden sind so kombiniert, dass sie ein schönes Gesamtbild ergeben und im besten Falle auch noch voneinander profitieren. Einiges ist schon verblüht, manche Stauden stehen in voller Blüte und andere lassen noch auf sich warten. Neben einigen Exoten ist der Garten mit vielen heimischen Wildstauden eher naturnah gestaltet, was definitiv einen besonderen Charme hat. „Bei mir darf es gerne auch ein bisschen wilder sein“, erklärt Elke Kuper, während sie uns ihre Lieblinge in ihren Beeten zeigt.

Inspirieren lassen und Ideen sammeln

„Ich probiere in unserem Garten gerne auch mal etwas aus, was ich als Gartenplanerin verwenden kann.“ So kommt es immer wieder zu neuen kleinen und großen Projekten. In einer Gartenecke mit mehreren Beeten probiert sie immer wieder neue Pflanzungen aus – egal ob neue Stauden, Gemüse oder Beerensträucher. Hier entdecken wir auch einen riesigen Rhabarber, der mit seinen gewaltigen Blättern nur noch zur Zierde dient. Ihre Inspiration zieht Elke Kuper aus ihren Reisen und Besuchen anderer Gärten in der Region. Da sie viel unterwegs ist, hat sie ihren Garten eher pflegeleicht angelegt und toleriert auch gerne mal Wildwuchs. Dieser bringt letztendlich auch wieder Vielfalt in den Garten und macht ihn naturnaher. „Wie viel ich im Garten bin hängt davon ab, wie meine Stimmung ist und ob ich neue Projektideen habe“, meint die Gartenplanerin. „Ich liebe es aber auch einfach im Garten nur zu sein. Ich finde, es muss sich die Waage halten zwischen im Garten arbeiten und den Garten genießen.“

Eine große Auswahl an Staudenpflanzen

Wer seinen Garten neu- oder umgestalten möchte, sollte bei der Auswahl der Pflanzen das verändernde Klima nicht außer Acht lassen, erklärt uns Elke Kuper: „Klimafreundlich sagt man immer, aber es sind eher klimaangepasste Stauden und Gehölze, die gut mit Trockenheit umgehen können.“ Eine trockenheitsresistente Staude, die im heutigen Klima besonders gut gedeiht, ist die Prachtkerze. Aber auch Bleiwurz mit seinen kleinen blauen Blüten, das leuchtend gelb blühende Heiligenkraut und Kräuter wie Thymian oder Currykraut kommen gut mit Trockenheit zurecht. „Ein absoluter Klassiker im Staudenbeet ist der Storchschnabel“, erzählt uns Elke Kuper. „Das ist eine breite Gattung. Für jeden Storchschnabel gibt es einen Platz, sage ich immer.“ Auf die Nachfrage, was ihre Lieblingsstaude ist, sagt sie: „Das wechselt immer. Manchmal entdeckt man auch etwas wieder, was man schon längst abgestempelt hatte. Aktuell mag ich besonders die Schönaster und den Wiesenknöterich.“

Ein schönes Staudenbeet anlegen

Wer vor einem leeren Beet steht, mag erst einmal überfordert sein. Auch hier hat die Gartenplanerin ein paar hilfreiche Tipps. Für ein harmonisches Gesamtbild müssen die Stauden sinnvoll kombiniert werden. „Ich gehe nach der Größe. Als Erstes lege ich die höchsten Pflanzen fest. Diese nennt man auch Leitstauden, denn sie bestimmen das Bild des Staudenbeetes“, erklärt Elke Kuper. Auch Duft und Blütezeit sind Kriterien für die Pflanzenauswahl. Dazu sollte man sich überlegen, ob man Wert auf eine gleiche Blütezeit legt, oder lieber ein Beet möchte, bei dem die Stauden bewusst versetzt blühen. „Natürlich muss auch der Standort und die Bodenbeschaffenheit berücksichtigt werden.“ Eine gute Planung ist alles, weiß die Gartenplanerin: „Vor dem Gang in die Staudengärtnerei sollte man sich erst einmal selbst informieren und herauszufinden, was einen anspricht, welche Wünsche man hat und sich eine Liste mit Pflanzen machen, die in Frage kommen.“ Da kann auch ein Moodboard helfen, auf dem man Ideen und inspirierende Gartenbilder sammelt. Wie viele unterschiedliche Arten in einem Beet verpflanzt werden, hängt von der vorgesehenen Fläche ab. „Weniger ist mehr“, meint Elke Kuper. „Außerdem bringt eine Wiederholung von gleichen Pflanzen Ruhe ins Beet.“ Zuletzt hat sie noch zwei hilfreiche Gestaltungstipps für uns: „Man sollte darauf achten, dass das Laub der ausgewählten Stauden unterschiedlich ist. Das bringt Kontrast in das Beet. Auch die Wiederholung von Formen trägt zu einem harmonischen Gesamtbild bei.“