Aufregende Kräutervielfalt
In ihrem Buch „Weltkräuterküche“ geben Gastronom Wolfgang Pade und „Kräuterpapst“ Daniel Rühlemann wertvolle Tipps.
Kleine Experimente sind für Wolfgang Pade selbstverständlich, immerhin kann der Koch durch sie immer wieder neue kulinarische Köstlichkeiten zaubern. So wundert es nicht, dass „Pades Restaurant“ in Verden als einziges in der Region im Feinschmecker-Guide „Die 500 besten Restaurants in Deutschland“ aufgenommen wurde. Auch Kräuter spielen eine besondere Rolle, wenn es darum geht, den einzelnen Speisen noch das gewisse Etwas zu verleihen. „Sie sind nicht nur optisch ein Highlight, sondern auch gesundheitlich“, so Wolfgang Pade.
Buch mit kreativen Rezepten
Immer neue Ideen erhält Wolfgang Pade durch Daniel Rühlemann, der nur 30 Kilometer entfernt sehr erfolgreich eine eigene Kräuterei betreibt. Bei Rühlemann’s mit den fast 2000 Sorten wird wohl jeder fündig, denn die Vielfalt ist enorm – sowohl an topffertigen Pflanzen als auch an Sämereien. Gemeinsam haben die beiden vor zehn Jahren sogar ein Buch veröffentlicht, das mit seinen zahlreichen Tipps, Rezept- und Pflanzideen nahezu zeitlos ist. „Weltkräuterküche“ heißt das Werk, in dem 33 Kräuter porträtiert und durch nicht ganz alltägliche Rezepte ergänzt werden. „Ich habe mich damals mit ,Kräuterpapst‘ Daniel Rühlemann zusammengesetzt, an vielen Pflanzen in seiner Gärtnerei geschnuppert und die verschiedensten Kräuter für das Buch empfehlen lassen.“
Außergewöhnliche Geschmackserlebnisse
Salate, Suppen, Hauptgerichte, Süßspeisen, Getränke – sie alle profitieren von der aromatischen Raffinesse frischer Kräuter. Und je unterschiedlicher, desto besser. „Da gehen ganz andere Geschmacksfenster auf. Beispielsweise sind allein 60 verschiedene Basilikumsorten bei Rühlemann’s erhältlich“, schwärmt Wolfgang Pade von der einzigartigen Vielfalt, die sich auch im Buch widerspiegelt. Viele lassen sich problemlos im Beet oder im Topf kultivieren. „Einige Pflanzen lassen sich auch Indoor sehr gut anbauen. Basilikum, beispielsweise, verträgt keinen Wind und mag es gerne warm. Wer selbst Kräuter zieht, hat dazu noch den tollen Ernteeffekt fürs Gefühl.“ Hier vier Empfehlungen von Wolfgang Pade für außergewöhnliche Geschmackserlebnisse.
Austernpflanze
Sie eignet sich hervorragend für Vegetarier. Verspeist man sie mit geschlossenen Augen, schmeckt sie fast so wie das Original nach Jod und Meer. Sie verspricht Strandfeeling und kann doch im Garten oder im Blumenkasten kultiviert werden.
Mojito-Minze
Ursprünglich zwar für einen Mojito gedacht, verleiht sie auch anderen Getränken ihren einzigartigen Charakter. Sie ist stark würzig mit einer Zitrusnote, frisch und intensiv. Ideal beispielsweise auch für eine Tomaten-Caipirinha. Wer sich übrigens in den Gewächshäusern von Daniel Rühlemann umschaut, der wird 80 verschiedene Minz-Sorten entdecken können.
Basilikum
Hier lohnt sich das Herumprobieren, denn auch hier gibt es viele spannende Sorten. Die meisten kennen ja nur das Genoveser Basilikum aus dem Supermarkt. Aber es gibt beispielsweise welche mit Noten wie Nelke, Lakritz oder Zitrone. Auch in der Optik lassen sich wahnsinnige Akzente setzen, beispielsweise durch die Sorten Wilder Roter oder Sansibar.
Mexikanischer Oregano
Hier handelt es sich um eine relativ scharfe Variante, quasi Oregano hoch zwei. Auch die wunderschönen kelchartigen Blüten schmecken sehr gut, außerdem sehen sie mit ihrem zarten Rosaton sehr gut aus. Mexikanischer Oregano passt sehr gut zu Kartoffeln, Pizza, Lamm oder Auberginen.![]()
Das Buch „Weltkräuterküche“ ist sowohl in Pades Restaurant als auch bei Rühlemann’s erhältlich.
www.pades.de | www.kraeuter-und-duftpflanzen.de
Von Melanie Jülisch