Grünen Spargel im Garten anbauen

Grüner Spargel wird bei Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtnern immer beliebter. Das überrascht kaum, denn das Gemüse ist auf dem Teller nach wie vor gefragt. Für den Anbau im heimischen Gemüsegarten ist grüner Spargel besonders interessant, weil er sich deutlich einfacher kultivieren lässt als Bleichspargel. Du brauchst keine Dämme, kannst ihn auf allen Gartenböden anbauen und die Ernte ist unkompliziert. Dazu kommt: Grüner Spargel muss für die Weiterverarbeitung nicht geschält werden.
Der richtige Standort für grünen Spargel
Damit grüner Spargel gut wächst, braucht er einen sonnigen und windgeschützten Platz. Ideal ist ein durchlässiger, humusreicher Boden. Weil Spargel gut mit Nährstoffen versorgt sein muss und als Dauerkultur über mehrere Jahre auf demselben Beet bleibt, kann eine Bodenprobe vor dem Pflanzen sinnvoll sein.
Wichtig ist dabei, dass der Boden tief durchwurzelt wird. Deshalb sollten Proben nicht nur aus der Schicht von 0 bis 30 Zentimetern, sondern auch aus 30 bis 60 Zentimetern entnommen werden. Diese können bei der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt in Oldenburg, der LUFA, eingeschickt werden. Dort gibt es auf Wunsch auch eine Düngeempfehlung. Für die Bodenvorbereitung eignen sich Tiefenlockerung sowie Kompost, der mit Gesteinsmehl vermischt wird.
Grüner Spargel aus Samen ziehen
Wenn du grünen Spargel selbst aussäen möchtest, ist das im März und April möglich. Dafür werden Kisten mit Anzuchterde verwendet, die am besten im Gewächshaus stehen. Alternativ kann die Aussaat auch im Frühbeet erfolgen.
Dafür brauchst du etwa einen Zentimeter tiefe Saatrillen mit rund 20 Zentimetern Abstand. Die Samen kommen mit einem Abstand von 8 bis 10 Zentimetern in die Erde. Ein Jahr später ziehen die Jungpflanzen dann ins Freiluftbeet an ihren endgültigen Standort um.
Jungpflanzen setzen und früher ernten
Wenn du die Wartezeit bis zur Ernte um ein Jahr verkürzen möchtest, kannst du einjährige Jungpflanzen in Form von Rhizomen kaufen. Diese werden im März oder April direkt ins Beet gesetzt.
Dafür hebst du 25 Zentimeter tiefe und 30 Zentimeter breite Gräben aus. Zwischen den Gräben sollte mindestens 40 Zentimeter Abstand bleiben. In die Grabsohle kommt reifer Kompost. Darauf setzt Du die Jungpflanzen so, dass die Knospenanlagen alle in eine Richtung zeigen. Zwischen den Pflanzen sollte jeweils ein Abstand von 40 Zentimetern eingehalten werden. Die Wurzelgeflechte werden sorgfältig ausgebreitet, anschließend mit etwa 5 Zentimetern Erde bedeckt und die Gräben geschlossen. Danach wird angegossen.

Pflege in den ersten Jahren
In den ersten zwei Jahren solltest Du grünen Spargel nicht ernten. So können sich die Pflanzen kräftig entwickeln. Wichtig sind in dieser Zeit regelmäßiges Wässern, Düngen mit reifem Kompost während der Wachstumsperiode und ein Beet, das frei von Unkraut gehalten wird.
Grünen Spargel ernten
Die Ernte beginnt etwa Mitte April, sobald die Spargelstangen 20 bis 30 Zentimeter hoch sind. Während der Erntezeit wird nicht gedüngt.
Am besten schneidest du grünen Spargel am frühen Morgen. Dann ist der Anteil an Zucker- und Aromastoffen besonders hoch. Geerntet wird direkt über der Erde. Frisch geernteter Spargel hält sich einige Tage im Kühlschrank und kann auch eingefroren werden.
Was nach der Spargelernte wichtig ist
Mitte Juni wird zum letzten Mal geerntet. Danach braucht die Pflanze Pflege, damit sie im nächsten Jahr wieder austreibt. Jetzt wird mit Hornmehl gedüngt, außerdem schützt eine Mulchschicht den Boden vor der Sommersonne.
Anschließend schießen die Pflanzen in die Höhe und bilden verzweigte Stängel mit Laub. So sammeln sie Reservestoffe für den nächsten Austrieb. Im Spätherbst werden die bis zu 1,50 Meter hohen Triebe eine Handbreit über dem Boden zurückgeschnitten. Das hilft dabei, Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen und das Beet für das kommende Jahr vorzubereiten.
Bei guter Pflege kann grüner Spargel fünf bis zehn Jahre auf demselben Beet wachsen, bevor der Ertrag nachlässt.
Von Janine Schulze
