Gartenzeit | Magazin
02 | 2023
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Gesunde Vielfalt trotz Kälte und Frost

Gefühlt ist es schon bald wieder so weit. Die Tage werden kürzer, es wird kühler und schon fällt der Garten wieder in den Winterschlaf. Für die meisten Gärtnerfreunde sicherlich nicht die liebste Jahreszeit. Glücklicherweise gibt es auch im Winter etwas anzubauen, zu ernten und zu verarbeiten. Wintergemüse ist besonders robust gegenüber niedrigen Temperaturen bis hin zu Frost und wird teilweise genau deshalb besonders schmackhaft. Es gibt verschiedene regionale Gemüsearten, darunter sind Wurzelgemüse, frostbeständiges Blattgemüse und verschiedene Kohlarten, die sich hervorragend zum Anbau über den Winter eignen. Ohne lange Transportwege wie beim Gemüse aus dem Supermarkt ist man so den Winter über mit frischen Zutaten für leckere saisonale Gerichte und gleichzeitig auch den notwendigen Mineralstoffen und Vitaminen versorgt. Damit ist der Anbau von Wintergemüse auch noch besonders nachhaltig und gesund.

Rote Bete

Besonders beliebt ist die Rote Beete. Sie ist robust und voller Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Dadurch verringert sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, senkt den Blutdruck, verbessert die Hirnfunktion und hilft bei chronischen Erkrankungen. Ausgesät werden sollte sie nicht vor Mai aber spätestens im Juli. Erntereif ist sie vor dem ersten Frost und kann dann bei hoher Luftfeuchtigkeit und niedrigen Temperaturen gelagert werden. Sie kann aber auch im Garten überwintern und bei Bedarf geerntet werden. Sowohl ihre Rübe als auch ihre Blätter können weiterverwendet werden. Die Rübe passt hervorragend in Salate, Suppen oder geröstet als Beilage, während die Blätter wie Spinat zubereitet werden können.

Feldsalat

Zu den absoluten Klassikern unter dem Wintergemüse zählt der Feldsalat. Auch Rapunzel oder Ackersalat genannt, ist er ein heimisches Wildkraut, dessen Blätter viele ätherische Öle enthalten und einen nussigen Geschmack haben. Er enthält hohe Mengen an Vitamin C, Vitamin A, Folsäure und Eisen und ist damit einer der nährstoffreichsten Salatsorten. Feldsalat kann im August ausgesät und im Herbst geerntet, oder für eine Überwinterung erst im Oktober angepflanzt werden. So ist er den ganzen Winter über erntebereit und schmeckt super in einem für frischen Salat oder auch als Topping für Sandwiches.

Grünkohl

Grünkohl ist ein typisches norddeutsches Wintergemüse. Er gehört zu den widerstandsfähigsten Gemüsesorten und ist vitamin-, proteinreich und ballaststoffreich. Dadurch trägt er zu einer gesunden Darmfunktion und Blutbildung bei und wirkt einer frühzeitigen Hautalterung entgegen. Die Aussaat steht bereits im Juli an und sollte spätestens im September erfolgen. Das Besondere: Er wird immer milder und süßer, je länger er besonders kalten Temperaturen ausgesetzt ist. Grünkohl eignet sich hervorragend für Suppen, Smoothies oder als Beilage zu herzhaften Gerichten.

Pastinaken

Pastinaken schmecken süß und angenehm nussig. Nach dem ersten Frost werden sie nochmal milder und schmecken dann noch besser. Die Wurzeln sind reich an Folsäure, Kalium, Vitamin C und E sowie Vitamin B. Ab März können sie ausgesät werden und sind ab Oktober erntereif. Wer sie über den Winter im Boden belassen und bei Bedarf ernten möchte, sollte sie mit einer dicken Mulchschicht aus Laub und gehäckseltem Stroh bedecken. Ihre Blätter passen gut in Salate und die würzigen Wurzeln können ähnlich wie Möhren und Kartoffeln in verschiedenen Gerichten verarbeitet werden.

Unzählige Möglichkeiten

Das ist nur eine kleine Auswahl an regionalem Wintergemüse. Neben Grünkohl können noch weitere Kohlarten wie Rosenkohl, Weißkohl und Rotkohl in der kalten Jahreszeit angebaut werden. Auch weiteres Wurzelgemüse wie Topinambur, Schwarzwurzel und Steckrübe sowie Blattgemüse wie Winterkresse, Winterportulak und Chicorée zählen zum Wintergemüse. Die Auswahl ist also vielfältig. Da wird jeder sein liebstes Gemüse für den Winter finden.


von Janine Schulze