Gartenzeit | Magazin
02 | 2024
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Planung

Was bleibt, was geht?

Die letzten Wochen haben es deutlich gezeigt: Schon einiges im Garten ist mittlerweile verblüht, lediglich späte Herbstblüher wie Astern, Herbst-Anemonen, Chrysanthemen, Sonnenblumen, Storchschnabel und Christrosen kommen nun allmählich in die Gänge oder zeigen bereits ihre bunten Blüten. Damit ist auch der ideale Zeitpunkt gekommen, das Gartenjahr Revue passieren zu lassen – bevor sich endgültig alles in den Winterschlaf begibt und man selbst im kommenden Jahr sicher nicht mehr alles vor Augen hat. Daher ist nun auch eine hervorragende Zeit, um Pflanzen umzusetzen.

Neu gestalten

„Die Bepflanzung Ihres Gartens beginnt mit einer Idee, einer Inspiration. Zunächst überlegt man sich, welche Atmosphäre man schaffen möchte“, empfiehlt Gartenexpertin und Buchautorin Modeste Herwig (Blütenpracht – Der Weg zum Traumgarten, Callwey Verlag). Entspricht das gesamte Ambiente der grünen Oase wirklich (noch) dem, was wir uns immer vorgestellt haben oder aktuell wünschen? Wenn nicht, jetzt am besten zu Papier und Stift greifen, ein paar Ideen aufschreiben oder gleich aufzeichnen. Hierzu gibt’s jede Menge Inspirationen in Büchern, Magazinen oder im Netz. „Zum Glück kann man mit Rabatten und Beeten nie wirklich etwas falsch machen, denn Stauden, Zwiebeln und einjährige Pflanzen lassen sich leicht versetzen und neu anordnen. Ein Beet ist kein statisches Gebilde“, so Modeste Herwig. „Ich finde die Variabilität reizvoll. Bäume, Sträucher und Hecken lassen sich nicht so leicht versetzen, also muss man sich das gut überlegen.“ Ein weiterer Gestaltungstipp: „Ein Garten ist schön, wenn etwa zwei Drittel seiner Fläche von Grünpflanzen eingenommen werden. Vorzugsweise ist die Hälfte der Pflanzen höher als ein Meter.“

Was war gut?

Konnten Stauden, Sommerblumen oder auch Kübelpflanzen wirklich ihr volles Potenzial entwickeln? Oder ist der Standort nicht wirklich ideal? Gut ist es, wenn man einen Vergleich hat, beispielsweise in der Gärtnerei, in der die Pflanze gekauft wurde, oder bei Freunden, in deren Garten dieselbe Staude wächst. Sieht beispielsweise der Storchschnabel auch nach zwei, drei Jahren, in denen eigentlich genügend Zeit zum Anwachsen und Entfalten war, immer noch sehr mickrig aus, bekommt er vielleicht zu viel oder zu wenig Sonne. Oder aber die Bodenbeschaffenheit wird den Ansprüchen der Pflanze nicht gerecht. Eventuell müsste sie etwas humoser sein? Während der Boden sich oftmals bearbeiten lässt, sollte man aufgrund wenig optimaler Lichtverhältnisse besser einen anderen Standort ausprobieren.

Gartentagebuch anlegen

Um die Pflanzen auch in Zukunft harmonisch aufeinander abstimmen zu können und das ganze Jahr über etwas Blühendes im Beet zu haben, lohnt der Aufwand eines Gartentagebuchs. Hier können die jeweiligen Blühzeiten notiert und mit Bildern dokumentiert werden, aber auch Details wie die Zugabe von Dünger oder Kompost, das Teilen von Stauden und bei den Obst- und Gemüsepflanzen alles von der Blüte bis zur Ernte. So ergibt sich ein erkenntnisreicher Überblick. Gibt es vielleicht auf einer längeren Strecke nur zum Sommeranfang Blüten in Hülle und Fülle? Und soll dies geändert werden? Wie sieht es an anderen Stellen im Garten aus? Ist dort lediglich hochsommerliche und herbstliche Blütenpracht vorhanden? Passt es farblich und sind die Standortbedingungen identisch, ist ein Pflanzentausch eine hervorragende Idee, um mehr Mischung in den Beeten zu erhalten und damit zu allen Zeiten etwas Blühendes oder eine schöne Herbstfärbung der Blätter und bunte Hagebuttentupfer.


Von Melanie Jülisch