Frühblüher-Blühkalender: Wer blüht wann?
Wann Schneeglöckchen, Krokus & Co. die Gartensaison eröffnen
Noch bevor Bäume austreiben, strecken Frühblüher tapfer ihre Köpfe durch den kalten Boden. Sie blühen, wenn andere Pflanzen noch schlafen – oft schon bei wenigen Sonnenstunden. Ihr Geheimnis: In Zwiebeln oder Knollen speichern sie Energie, um früh durchzustarten.
Blühzeiten hängen stark von Wetter und Lage ab: In milden Wintern starten manche Frühblüher früher, in kühlen Regionen später. Orientier dich daher an Zeitfenstern – nicht an einem fixen Datum. Hier findest du eine Übersicht über die Blühzeiträume.

Januar bis Februar: Die Eiskönige unter den Blüten
Wenn der Schnee noch liegt, wagen sich schon die ersten Stars ans Licht:
Schneeglöckchen (Galanthus nivalis): Blühbeginn je nach Witterung schon im Januar, spätestens im Februar.
Winterlinge (Eranthis hyemalis): Zeitgleich mit den Schneeglöckchen, leuchten sie gelb und lieben geschützte Plätze.
Christrosen (Helleborus niger): Blühen häufig schon zu Weihnachten und halten bis März durch.
Tipp: Pflanze sie unter laubabwerfende Sträucher – dort bekommen sie im Winter Licht und im Sommer Schatten.

Februar bis März: Jetzt kommt Farbe ins Spiel
Sobald die Sonne an Kraft gewinnt, öffnet sich die Bühne für die zweite Frühblüher-Generation:
Krokusse (Crocus): Leuchten meist ab Februar und bis in den April hinein. Besonders schön in Rasenflächen oder zwischen Steinen.
Leberblümchen (Hepatica nobilis): Zarte Blüten zwischen Februar und April, bevorzugen halbschattige Standorte.
Märzenbecher (Leucojum vernum): Glockenförmige Blüten im März, lieben feuchte Böden.
Tipp: Krokusinseln im Rasen wirken besonders natürlich – einfach im Herbst in Gruppen pflanzen.

März bis April: Die bunte Hochsaison der Frühblüher
Nun wird der Garten richtig lebendig. Stichwort: Farbfeuerwerk.
Narzissen (Narcissus): Je nach Sorte von März bis Mai. Klassiker für Beete, Kübel oder als Schnittblume.
Tulpen (Tulipa): Ab Ende März, voll in Fahrt im April. Unzählige Sorten bringen unterschiedlichste Farbtöne ins Spiel.
Traubenhyazinthen (Muscari): Blühen kompakt in kräftigem Blau ab März bis April.
Blausternchen (Scilla): Blühen ähnlich zeitig, bilden hübsche Teppiche im Halbschatten.

April: Spätfrühblüher verabschieden den Frühling
Im April übernehmen die letzten Frühblüher das Zepter – ein Zeichen, dass der Garten in den Frühlingsmodus wechselt.
Hyazinthen (Hyacinthus): Ab Anfang April, betörender Duft inklusive.
Kaiserkrone (Fritillaria imperialis): Majestätisch von April bis Mai, ideal als Blickfang im Beet.
Schachbrettblume (Fritillaria meleagris): Unverwechselbares Muster, blüht im April an feuchten Standorten.
So endet die Frühblüher-Saison – eindrucksvoll und duftend.
So planst du deinen ganz persönlichen Blühkalender
Wer Frühblüher clever kombiniert, genießt bis zu vier Monate Blühfreude. Pflanze im Herbst Zwiebeln in gestaffelter Tiefe: Kleine Arten wie Schneeglöckchen oben, große wie Tulpen tiefer. So entsteht eine natürliche Blütenabfolge – von Januar bis April.
Ein zusätzlicher Bonus: Frühblüher sind wichtige Nahrungsquellen für Bienen, die früh im Jahr auf der Suche nach Pollen sind.
Von Janine Schulze