Ein Schlüssellochbeet anlegen
Dein cleveres Hochbeet für Gemüse mit System
Integrierter Kompost, Wassersparen und reiche Ernte – so nutzt du das Schlüssellochbeet für deinen Selbstversorgergarten effizient.
Was ist ein Schlüssellochbeet?
Stell dir ein rundes Hochbeet vor, das in der Mitte einen Kompostkorb besitzt und über eine kleine Aussparung begehbar ist – so sieht ein Schlüssellochbeet (engl. Keyhole Garden) aus. Die Form erinnert von oben betrachtet an ein altes Schlüsselloch. Diese clevere Beetform kommt ursprünglich aus Afrika und wurde dort für trockene Regionen mit knappen Ressourcen entwickelt. Heute erobert diese nachhaltige Form des Anbaus auch unsere Gärten – aus gutem Grund.

Vorteile, die du sofort spürst
Ein Schlüssellochbeet bringt viele smarte Vorteile mit:
Du brauchst keinen separaten Kompostplatz – alles läuft zentral.
Gießen musst du nur den Kompostkorb – spart enorm Wasser.
Nährstoffe gelangen direkt zu den Wurzeln – ganz ohne Extradünger.
Rückenschonendes Arbeiten dank erhöhter Bauweise.
Upcycling-Materialien wie alte Ziegel oder Dachsteine finden neue Verwendung.
Gerade in heißen Sommern, wenn Wasser Mangelware ist, zahlt sich das System doppelt aus.
So baust du dein eigenes Schlüssellochbeet
Du brauchst kein Profi zu sein – mit ein wenig Geschick gelingt dir der Bau ganz einfach.
Das brauchst du:
Außenwandmaterial: z. B. Natursteine, Ziegel, Holz oder Metall
Drahtkorb für den Kompost in der Mitte
Ggf. Wellpappe oder Karton als Auskleidung
Naturmaterialien für die Füllung (siehe unten)
Bau-Tipp: Der Durchmesser sollte max. 2–3 m betragen. So kannst du alles gut erreichen. Die Höhe liegt idealerweise bei etwa 80–100 cm.
So wird geschichtet – das Schlüssellochbeet von innen
Der richtige Aufbau ist entscheidend für die Funktionsweise. Achte auf die Schichtung:
Unten: Steine und Zweige als Drainage
Darüber: Wechselnde Schichten aus Grasschnitt, Mist, Erde, Kompost – wie beim normalen Hochbeet!
Oben: Gartenerde gemischt mit Kompost – fertig zum Bepflanzen!
Der Kompostkorb kommt in die Mitte und erhält ebenfalls eine Drainageschicht aus Steinen und Zweigen. Darauf folgen die Grünabfälle, die immer wieder nachgelegt werden.
Tipp: Ein Wühlmausgitter unter dem Beet schützt deine Ernte.
Gießen? Nur noch gezielt
In Trockenphasen musst du nicht mehr die gesamte Beetfläche gießen. Stattdessen reicht es, den Kompostkorb zu wässern – am besten mit Brauchwasser aus dem Haushalt. Die Feuchtigkeit und die gelösten Nährstoffe verteilen sich von innen nach außen. So bilden deine Pflanzen tiefe Wurzeln aus und du erreichst mit minimalem Aufwand maximale Wirkung.
Das Schlüssellochbeet bepflanzen
Im Prinzip kannst du alle klassischen Gemüsearten anbauen. Denk an Mischkultur: Je vielfältiger, desto gesünder bleibt dein Beet. Wichtig ist, dass du nach dem Pflanzen einmal die gesamte Beetfläche ausreichend von oben wässerst. Danach darf dein Beet abtrocknen und du musst nur noch hin und wieder den Kompost in der Mitte mit Wasser versorgen.
Warum lohnt sich das für dich wirklich?
Ein Schlüssellochbeet spart Platz, Ressourcen und Zeit. Und du kannst damit nachhaltig wirtschaften – mit deutlich weniger Gießaufwand und ohne Dünger. Das Beste: Der Kreislauf bleibt geschlossen. Was verwelkt, landet direkt wieder im Zentrum. Und du erntest – fast ganz nebenbei – dein eigenes frisches Gemüse.
Von Janine Schulze
